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Kokosfasern und Kokosmark

Gärtnern ohne Torf: Mit Kokosfasern und Kokosmark

Die Kokosnuss ist an Vielfältigkeit kaum zu übertreffen. Als Nahrungsmittel und damit wichtiger Lieferant von essentiellen Nährstoffen, als Rohstoff für die Herstellung von klimafreundlichen Natur- und Baumaterialen oder als Torfersatz (Kokosfasern und Kokosmark) findet die tropische Frucht eine vielfältige Verwendung.

Kokosfasern bilden die Umhüllung von Kokosnüssen und fallen bei deren Verarbeitung an. Kokosmark, auch bekannt als Cocopeat oder Kokostorf, besteht aus feinen Bestandteilen zwischen den Kokosfasern. Während Kokosfasern auch zu Seilen, Matten und anderen Produkten verarbeitet werden, handelt es sich bei Kokosmark um einen Reststoff, für den bislang keine weitere stoffliche Nutzung etabliert ist. Dieser ohnehin anfallende Rohstoff ist also auch ohne zusätzliche Anbaufläche verfügbar und schont endliche Ressourcen.

Kokosfasern und Kokosmark bringen viele Vorteile mit, sowohl für den Anwender als auch das Pflanzenwachstum.

  • Die physikalischen Eigenschaften wirken sich positiv auf das Pflanzenwachstum und die -qualität aus.
  • Kokosfasern haben eine höhere Luftkapazität, aber eine geringere Wasserhaltefähigkeit als Torf, lassen sich im Gegensatz zu Torf nach vollständiger Austrocknung aber wiederbefeuchten.
  • Kokosmark ähnelt in puncto Luftkapazität und Wasserhaltefähigkeit den Eigenschaften von Torf.
  • Kokosfasern und Kokosmark sind im Vergleich zu anderen Substratausgangsstoffen leicht.

Nachteilig sind hingegen der hohe Frischwasserbedarf für die Aufbereitung, die langen Transportwege sowie sozioökonomische Aspekte. Wichtig bei Kokosprodukten ist es, diese nur aus Quellen zu beziehen, die bestimmte sozioökonomische und ökologische Standards einhalten.

Hinweise zur gärtnerischen Nutzung von Kokosfasern und Kokosmark:

  • Kurze Kokosfasern werden zu 20 Volumenprozent anderen organischen Substratbestandteilen beigemischt und verbessern damit die Luftversorgung und Vergießfestigkeit.
  • Kokosfasern können zusammen mit Kokosmark in Sackkulturen, die Steinwolle für Gemüse- und Schnittblumen ersetzen.
  • Kokoschips können in reiner Form oder in Mischung zum Einsatz kommen und eignen sich beispielweise für Orchideen.
  • Kokoshaltige Kultursubstrate sorgen für ein gutes Wachstum. Als wertvoller Substratausgangsstoff können sie konventionelle oder Bio-Substrate optimieren.
  • Auch für Zimmerpflanzen eignet sich ein Kultursubstrat mit Kokosbestandteilen. Bei höheren Anteilen an Kokosfasern sollte darauf geachtet werden, dass man häufiger mit kleineren Wassermengen gießen muss.

Gartenbaulich betrachtet stellen Kokosprodukte hochwertige Torfersatzstoffe dar, die in vielen torffreien Substraten zum Einsatz kommen.

 

Quelle: Text überwiegend basierend auf: Dr. Susanne Amberger-Ochsenbauer und Prof. Dr. Elke Meinken, Kultursubstrate im Gartenbau, Bundesinformationszentrum Landwirtschaft 2022